Häufig gestellte Fragen


Was ist der Bauckhof Stütensen e.V.? 

Auf dem Bauckhof Stütensen arbeiten rund 100 Menschen. Etwa 45 von Ihnen wohnen auch hier. Menschen mit Assistenzbedarf in einer der Gruppen, die Betreuer*innen in Wohnungen auf dem Hof verteilt. Hier finden die Menschen ihren Wirkungskreis, zB in der Landwirtschaft mit Vieh und Feldern, in der Demeter-Gärtnerei, Hauswirtschaft, Küche ( jeden Werktag frisches Mittagessen mit Gemüse und Fleisch vom eigenen Hof), Verarbeitungswerkstatt (kennst du schon unsere grandiosen Apfelringe?) sowie die Geländepflege, die Notwendigkeiten wie Laub harken übernimmt aber auch Projekte wie Nistkästen bauen umsetzt. Unser Verwaltungsteam stemmt den Papierkram und passt auf, dass die Pädagogen hier nicht im Chaos versinken. Wir lieben Feste und Feiern und legen großen Wert auf das gemeinschaftliche Wahrnehmen des Hoflebens. Ein detaillierteres Bild kannst du dir auf unserer Homepage machen: www.bauckhof.de --> Bauckhof Stütensen. 

 

Werden alle Produkte von den betreuten Mitarbeiter*innen gefertigt?

 

Fast alle. Die frei gedrehten Stücke von der Drehscheibe übernehmen nur Keramikmeister David und die Keramikerinnen Cäcilia Ryan und meine Wenigkeit, Corinna Schrötke.  Darüber hinaus übernehmen wir das Durchführen des Holz- und Gasbrandes sowie den Vertrieb. Alle anderen Dinge werden mit Unterstützung von uns oder selbstständig von unseren Mitarbeiter*innen übernommen. Da man den rohen Ton nicht kaputt machen kann, können wir ziemlich entspannt schauen, wer was zu lernen bereit ist. Es geht mit einfachen Aufgaben wie Kacheln herstellen los (Ton in Gipsform eindrücken), bei Interesse und die Fähigkeiten dazu können sich die betreuten Mitarbeiter*innen aber auch irgendwann beim Glasieren oder Ofen einräumen wiederfinden.

 

Warum sehen die Produkte der Töpferei  alle unterschiedlich aus?

 

Wir machen aus der Not eine Tugend - perfekte, genormte Keramik findest du bei Ikea. Lebendige bei uns, genauso wie die Menschen, die sie herstellen. Die Mitarbeiter*innen kommen mit verschiedenen Fähigkeiten und Ideen zu uns. Da empfiehlt es sich, flexibel zu bleiben und jeden mit einbeziehen zu können. Darum dürfen unsere Artikel Ecken und Kanten haben. Unsere Effektglasur (die türkisfarbene) zollt dessen Tribut und macht in einem gewissen Rahmen was sie will. Vor allem, wenn die Produkte aus dem Holzofen können kaum in ihrem äußeren kontrolliert werden. Spannend, immer wieder!

 

Was ist eine WfbM?

 

WfbM bedeutet Werkstatt für behinderte Menschen. Also eine Einrichtung für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht, noch nicht wieder oder nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt werden können. Eine WfbM muss eine angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung bieten und ermöglichen, die Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit der Mitarbeiter*innen zu entwickeln. 

 

Was ist denn ein Schrühbrand?

 

Die meisten - nicht alle - Töpfereien führen zwei Brände durch. Zuerst den Schrühbrand, dann den sogenannten Glasurbrand. Der Schrühbrand (950 Grad) wandelt den Ton in Keramik um. Das heißt, man kann den Ton danach nicht mehr in seine Ursprungsform zurückbringen, weil eine Sinterung stattfand. Also das leichte Schmelzen des Tones. Geschrühte Teile, zum Beispiel eine Tasse, ist danach hart aber noch immer sehr porös. Dadurch nimmt sie anschließend die Glasur richtig gut auf, da das Wasser eingesogen wird, die Glasur aber wie ein Mantel auf der Oberfläche verbleibt.  Schrühware kann man unbegrenzt lange einlagern, bevor sie  in den Glasurbrand wandert. Das ist vor allem für unsere Töpferei natürlich superpraktisch.  Im Glasurbrand wird die Tasse dann dichtgebrannt, da die Temperatur höher ist ( bei uns 1280 Grad).

 

Was ist Holzbrandofenkeramik?

 

Das Prozedere des Holzbrandes ist die ursprünglichste Art, Keramik zu brennen. Dabei wird  -Überraschung-  nur Holz verwendet, um auf die gewünschte Temperatur zu kommen. In unserem Fall auf rd. 1300 Grad,  was 14 Stunden unentwegtes Überwachen und Befeuern des Ofens erfordert. Es gibt verschiedene Holzbrandöfen. Unser Ofen gehört eher zu den "zeitgenössischen", ist gemauert aus feuerfesten Schamottsteinen, speziellem Mörtel und einem individuellen Eisengestell, wodurch alles gehalten wird. Er gliedert sich in eine Feuer-Box, dahinter befindet sich die Brennkammer, worin die Keramik auf empfindlichen feuerfesten Platten gestapelt steht. Das Holz wird in die Feuerbox geworfen, die Flammen schlagen sich wellenschlagend durch die Brennkammer, bis zum Schornsteinschlot durch. Was mit einem Lagerfeuer ähnelndem Feuerchen beginnt,  mündet in ein stattliches Glutbett und dem sogenannten Fuchsschwanz: Das Feuer tritt oben aus dem Schornstein aus und strahlt wie eine überdimensionale Bunsenbrennerflamme hinaus. Durch Ascheanflug, der durch die Flammen mitgerissen wird, schmilzt die Asche auf den Scherben (Scherben = Keramikstücke) und bildet so eine Glasur. Typisch ist außerdem das Glasieren per Salzanflug: Dabei verteilt sich das Natrium bei 1200 Grad in der Brennkammer, verbindet sich mit  H2O und legt sich auf den Scherben nieder, welcher Silizium enthält. Eine Spitzenkombi, denn so schmilzt eine hauchdünne Schicht Glasur, welche nicht robuster sein könnte. Und das mit einfachem Speisesalz.

In China wurde der Holzbrand geboren und ermöglichte Temperaturen von über 600/800 Grad. Dies war bahnbrechend, da nun Keramik dicht gebrannt werden konnte und sich völlig neue Möglichkeiten ergaben, was Glasuren und Rohstoffeinsätze angeht, aber auch bspw. die Lagerfähigkeit von Lebensmitten. Ohne Holzbrandöfen hätte man das ebenfalls dort geborene Porzellan nicht dichtbrennen können. Traditionelle Holzöfen heissen Anagama oder Noborigama. Letzterer sieht aus wie ein riesige Raupe. Googlen lohnt sich:-) Auch das reduzierte Brennen ( also mit weniger Sauerstoff, als das Feuer eigentlich gern hätte) wird vor allem gern beim Holzbrandverfahren durchgeführt.

 

Warum sehen vor allem die Produkte aus dem Holzbrandofen so unterschiedlich aus?

 

Wenn du den vorherigen Textabschnitt gelesen hast, erklärt es sich von selbst, oder? Anders als in einem Elektro-Brennofen "wüten" die Elemente im Holzbrandofen, und jedes Stück weist Spuren davon auf, je nach Standort im Ofen. 

 

Was ist ein Schrühbrand?

Was ist der Unterschied zwischen eingedreht und frei gedreht?

 Wer führt die Brände durch?

Ist die Keramik frostfest?

 

Kann man euch auch direkt in der Töpferei besuchen und einkaufen?

Wo findet man sonst noch eure Keramik? 

 

 

Wurden die Produkte auch von den betreuten Mitarbeiter*innen erfunden?

 

Fertigt ihr auch Sonderbestellungen?

Warum dauert die Lieferfrist bei Sonderanfertigungen so lange?

Bei uns arbeiten praktikum 

Bietet ihr auch Express-Lieferungen an?

 

Kann ich das Geschirr in der Spülmaschine reinigen?

 Kann man aus den Zauberschalen auch essen?

 

Kontakt

Töpferei Bauckhof Stütensen

Corinna Schrötke

Telefon: 05803 - 964 -16
E-Mail: toepferei@bauckhof-stuetensen.de 

Adresse

Bauckhof Stütensen e.V.

Töpferei

Stütensen 2

29571 Rosche

 

Öffnungszeiten

Du kannst uns gern persönlich besuchen!

 

Montag - Freitag

9 - 12 Uhr

14 - 17 Uhr

 

Wegen Koferenzen u.Ä. empfehlen wir, einen Besuch mit uns abzusprechen.

social media